Holzzerstörende Ameisen im Haus

 

Eine Vielzahl von Insekten finden ihren Lebensraum im Wald an und in Bäumen. Problematisch können solche Holzbewohner in menschlichen Behausungen werden, wo Holz entweder teilweise als Baumaterial eingesetzt wird oder wie in alten Holzhäusern überwiegend verbaut wurde.

 Holzzerstörende Ameisen im Totholz eines Baumes

 

Zu diesen Insekten zählen einige holzzerstörende Ameisenarten:

 

Im Totholz von alten Bäumen, in Gebäuden in verbautes durch Feuchtigkeit vorgeschädigtes Holz, länger bestehende Völker können mehrere Königinnen haben

 

Im Totholz und Wurzelwerk von alten (Obst-)Bäumen, bis zu 2 Millionen Arbeiterinnen, in Gebäuden benötigt sie Feuchtigkeit (Nässeschäden?), mehrere Königinnen möglich

 

  • Zweifarbige Wegameise (Lasius emarginatus):

Nester unter Steinen und in Felsen, in Gebäuden in vorgeschädigtem Bauholz und im sonnenzugewandten Mauerwerk, da eher wärmeliebend => nicht im hohen Norden Deutschlands zu finden, meist nur eine Königin

 

  • Roßameise (Camponotus Ligniperda):

Größte einheimische Ameisenart (über 10 mm), seltener in Gebäuden anzutreffen in morschen, aber auch intakten Balken, mehrere Königinnen

 

Die Besiedelung im Haus erfolgt entweder durch zufällige Einschleppung mit Baustoffen und Produkten aus Holz oder durch äußeren Zulauf in der wärmeren Jahreszeit über bauliche Schwachstellen an Türen und Fenstern und durch Ritzen und Spalten am Gebäude.

Sind Ameisen erstmal im Haus, können sie in entsprechend beheizten Gebäuden durchaus überwintern und sich jahrelang in Hohlräumen (Fehlböden, Bodenheizungen, Decken, Rigips-Wänden, hohle Tür- und Fensterstöcke usw.) halten und im Verborgenen große Schäden anrichten.

Ameisen können das Holz selbst nicht als Nahrung verwerten, ihre Zerstörung beruht auf das Ausräumen und Zerlegen weicher Holzstrukturen bereits vorgeschädigter Hölzer zum Nestausbau.

Diese Vorschädigung des gesunden Holzes erfolgt meist durch vorhandene Feuchte und holzzerstörende Pilze (Schwämme), die das Holz zuerst angreifen. Wenn das Stadium des Zerfalls begonnen hat, übernehmen dann die Ameisen die Aushöhlung und damit die weitere Zerstörung der Hölzer bei der Ansiedlung.

Da Holz in alten Gebäuden oft eine wichtige statische Funktion besitzt und nicht unbedingt sichtbar in Wänden und Decken verbaut wurde, wird ein Ameisenbefall und die damit verbundene innere Zerstörung der Hölzer und Dämmstoffe meist nicht sofort und/oder nur durch Zufall (rieselndes Genagsel an Randleisten und Spalten) bemerkt.

Es kann dann bereits zu schwerwiegenden Schäden an der statischen Bausubstanz, z. B. an den Balkenköpfen, Stempeln und sonstigen Trägern gekommen sein.

Weitere mögliche Zerstörungen, vor allem durch die Braune Wegameise, findet man auch bei nicht hölzernen Bauelementen, wie Fassadendämmplatten aus Styropor oder auch in anderen modernen Baustoffen. Ameisen brauchen Feuchtigkeit, weshalb sie oft in der Nähe von Kondenswasser bildenden Stellen zu finden sind (z.B. Versorgungsleitungen). Im schlimmeren Fall kann die Ansiedlung mit einem versteckten Nässeschaden (defekte Leitungen, feuchtes Mauerwerk) einhergehen.

 

 Holzzerstörende Ameisen im Haus

 

Worauf sollten Sie achten:

In Küchen oder Lebensmittellagerstätten finden Ameisen ein gutes Nahrungsangebot und sind dort noch am ehesten anzutreffen. Wenn die Ameisenstraße nicht eindeutig nach draußen führt, kann sich das Nest selbst irgendwo im Haus im Verborgenen befinden.

Auch das nur gelegentlich einzelne Auftreten von Ameisen im Gebäude sollte man kritisch beobachten und versuchen zu verfolgen, vor allem in der Winterzeit.

Alarmiert sollte man sein, wenn es zur Sommerzeit einen Massenschlupf von geflügelten Geschlechtstieren innerhalb des Hauses gibt („Hochzeitsflug“) und die Tiere versuchen zu Hunderten und sogar zu Tausenden am Fenster dem Tageslicht zu folgen.

 

Bekämpfung:

Ameisen sind staatenbildende, soziale Insekten, die eine strukturierte Hierarchie haben, die sich von Art zu Art unterscheiden kann.

Eine erfolgreiche Bekämpfung der Ameisen im Haus ist nicht einfach und sollte dem Fachmann überlassen werden - ausschließlich Fraßköder führen in der Regel nicht zum Erfolg…

Doch oft ist es schwer ein im Haus in Hohlräumen verstecktes Nest bzw. Nester zu lokalisieren, um ein entsprechendes Kontaktbiozid gezielt einsetzen zu können.

Es ist besonders schwer, wenn sich die Ameisen weit verzweigt haben und es mehrere Königinnen gibt, die wiederum an den sichersten und damit schwer erreichbaren Stellen des Nestes sitzen.

Dazu kann es nötig werden zur Untersuchung Dielenböden, Wände oder andere vermeintliche Hohlräume im ganzen Gebäude zu finden und zu öffnen oder Holzverschalungen zu demontieren.

 

Hier heißt es Geduld zu bewahren…

 

Nur die Abtötung ALLER Königinnen und Kolonieteile garantiert eine dauerhaft erfolgreiche Bekämpfungsmaßnahme.

Wenn sich eine Kolonialisierung von Ameisen im Haus bestätigt und ein größerer Schaden vermutet wird, ist es außerdem sinnvoll einen Bausachverständigen mit heranzuziehen.

 

Grundsätzlich: Jedes individuelle Problem braucht eine individuelle Lösung…          Sie haben ein spezielles Problem oder noch Fragen?

 

Rufen Sie uns an: 030 – 44 73 18 71

 

 

MIB·ABS Schädlingsbekämpfung Daniel Krämer

Alt-Buch 66
13125 Berlin


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Text: Reinhard Thiel, Berlin

Quellenangabe für verwendete Bilder und Grafiken:

© MIB·ABS Daniel Krämer


 


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