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Wespen

Alle Jahre wieder in der wärmeren Jahreshälfte umkreisen uns Insekten, denen die meisten Menschen einen instinktiven Respekt entgegenbringen:

Wespen, Hornissen und andere Hautflügler.

Haus- und Gartenbesitzer sind jedes Jahr aufs Neue vor allem mit Wespen konfrontiert. Meist bemerkt man sie erst, wenn sie uns bei Kaffee und Kuchen summend umrunden, um an den süßen Lebensmitteln mit zu naschen.

Diese Zeit ist vor allem der Spätsommer, bzw. Frühherbst - zuvor bleiben diese staatenbildenden Insekten oft unbemerkt.

Meist haben die Tiere Wochen und Monate Zeit gehabt, ein stattliches Nest zu bauen.
 
Dies kann unterschiedlich gestaltet sein - auch abhängig von der Wespenart - mal graufarbig, mal braun. Es kann freihängend am Haus,
versteckt im Dachbereich, im Jalousiekasten, in Sträuchern oder im Bodenbereich zu finden sein.
 
Es kommt auch vor, dass sich die Tiere außergewöhnliche Orte auswählen, wie der Grillkamin, am Gartenschlauchwagen oder auch in herumliegendem Kinderspielzeug.

Hornissen lieben auch Vogelkästen, in denen sie in einer Art Symbiose mit brütenden Vögeln zusammenleben.
 
Spätestens wenn die Insekten auf den Kuchentisch landen, entsteht der Wunsch sich von diesen brummenden und vermeintlich aggressiven Tieren zu befreien.
 
Mit ein Grund kann das nachlassende Nahrungsangebot sein, denn Wespen ernähren sich und ihre Brut vorrangig von eiweißreicher Nahrung wie anderen Insekten oder auch von Kadaver verstorbener Tiere. 
 
Ein großes Volk vertilgt im Laufe des Jahres mehrere Kilo Insekten - womit Wespen eine wichtige Rolle zum Gleichgewicht des Naturhaushaltes beitragen. 

Doch Wespe ist nicht gleich Wespe.
 
Von den 9 staatenbildenden Faltenwespenarten gibt es nur 2 Arten, die dem Menschen direkt lästig werden: Die "Deutsche Wespe" (Paravespula germanica)und die "Gemeine Wespe" (Paravespula vulgaris).
 
Die anderen Arten, so auch die Hornissen, meiden die Nähe des Menschen. 

Neben den Wespen gibt es noch andere Hautflügler wie Hornissen, die Honigbienen (Apis mellifera), Hummeln und die solitär lebenden Wildbienen, welche nach dem Bundesartenschutzgesetz besonders geschützt und völlig harmlos sind. 

Hornissen, die größte Wespenart, ist weniger aggressiv als allgemein betrachtet.
 
Durch ihre beeindruckende Größe und dem imposanten 
Fluggeräusch weckt sie bei den meisten Menschen unbegründete Ängste. Selbst der Stich dieses Insektes ist nicht gefährlicher 
(mit Ausnahme bei Allergikern) als der einer Wespe. 

Während Honigbienen mehrjährige Völker bilden und man gelegentlich beim Ausschwärmen die bekannte Bienentraube in Bäumen oder Gebüschen finden kann, 
leben Wildbienen solitär. 

Sie bilden keine Völker und sind völlig harmlose Insekten. 

Es gibt über 500 unterschiedliche Arten von Wildbienen, die sich in Größe, Gestalt und Farbe sehr unterscheiden. Oft werden manche Wildbienenarten vom Laien mit Honigbienen verwechselt.
 
Obwohl Wildbienen einen Abwehrstachel besitzen, müsste man sie schon zwingen zu stechen, da sie nicht aggressiv sind und kein Abwehrverhalten bezüglich ihrer Brutstätte haben. 

Hummeln gehören ebenfalls zu den harmlosen und nicht angrifflustigen Hautflüglern.
 

Umsiedelung:

 
Grundsätzlich: Nicht jeder darf einfach ein Nest umzusiedeln, dazu bedarf es eines Sachkundenachweises und bei den besonders geschützten Arten wie Hornissen, Hummeln und Wildbienen, einer Genehmigung der Naturschutzbehörde.
Die Naturschutzbehörde stellt fest - abhängig von der Lage des Nestes - ob eine Gefahr von den Tieren ausgeht und entsprechend ein Entscheidung treffen. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn sich ein Nest im stark frequentierten Eingangsbereich eines Gebäudes (vor allem mit Kindern in Schulen oder Kindergärten) befindet.
Der beauftragte Umsiedler wird das Nest mit den Tieren mit Hilfe, z.B. eines Umsiedlungskartons an einen geschützten Ort, z.B. im Wald aussetzen, wo dann die Insekten ungestört für Mensch und Tier ein normales Leben weiter führen können.

 

Diese Möglichkeit sollte man auch bei den Wespen in Erwägung ziehen.
Mit der Entscheidung einer Umsiedlungsaktion leisten Sie somit einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichtes.

 

 Vorbeugende Maßnahmen und Verhalten:

- Bei den staatenbildenden Insekten sollte der Abstand zum Nest um einige Meter eingehalten werden, um nicht die Verteidigungsbereitschaft der Tiere zu schüren.
Besonders empfindlich reagieren diese Tiere auf Erschütterungen und schnellen Bewegungen.
- Sicher nicht zu unterschätzen ist die Gefahr eines Stiches auf allergisch reagierende Menschen, da die körperliche Reaktion zu lebensbedrohlichen gesundheitlichen Folgen führen kann.

 Wie kann man nun vorgehen, wenn sich diese Insekten angesiedelt haben?

Laut Bundesnaturschutzgesetz sind nicht nur alle Hautflügler allgemein geschützt.

Es ist nicht erlaubt ohne vernünftigen Grund ihre Nester einfach zu entfernen oder die Völker zu vergiften/auszuräuchern. Die Hornisse,
Bienen und Hummeln stehen laut Bundesartenschutzgesetz sogar unter besonderem Schutz!

Es ist abzuwiegen, ob das Zusammenleben mit den Insekten möglich ist.

Man kann die Einflugsrichtung zum Nest mit Hilfe z.B. von Rohren verlagern, um ein gegenseitiges ungestörtes Miteinanderleben zu bewerkstelligen.
Sollte dies nicht möglich sein, kann bei den gesetzlich nicht besonders geschützten Insekten eine Entwesung in Erwägung gezogen werden.


 

 

 


MIB, Schädlingsbekämpfung, Kammerjäger, Bettwanzen