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Wollkrautblütenkäfer (Museumskäfer)

Wollkrautblütenkäfer (Museumskäfer)

lateinisch: Anthrenus verbasci

Der Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci) gehört zu der Familie der Speckkäfer (Dermestidae).
Dieser Käfer ist als ein Vorrats- und Materialschädling bekannt. Mit Material sind Stoffe gemeint, die einen tierischen Ursprung haben. Dazu gehören Stoffe wie Haare, Federn, tote Insekten, allerlei Wollwaren, Teppiche, Felle usw. Die Larven verwerten das darin enthaltene Protein Keratin.
Die Käfer erreichen eine Länge von bis zu 3 mm. Sie sind verschiedenfarbig beschuppt an der Bauch und Rückseite. Die Schuppen bilden ein gleichmäßiges Bild, dass sich trotz einiger Abweichungen unterschiedlicher Exemplare unverwechselbar ist. Die weißen Querbinden, die wellenförmig angeordnet sind, können auch gut mit bloßem Auge erkannt werden. Bei den uns zugeführten Käfern sind oft einige Schuppen gelöst und unterbrechen somit die Rückenmaserung.
Unter dem Mikroskop erkennt man auch gut die unterschiedlich langen Borsten und Borstenbüschel.
Die 11-gliedrigen Antennen sind als Fühlerkeule gut zu erkennen. Am Hinterende ist auch mit bloßem Auge ein Haarbüschel zu erkennen, das Widerhaken besitzt. Die Entwicklung zum ausgewachsenen Käfer dauert je nach Nahrung und Temperatur ca. 1 Jahr. Der eigentliche ausgewachsene Käfer selbst lebt leider nur ca. 2 Wochen. Die Eiablage erfolgt normaler weise Ende Mai bis Anfang Juni. Die Eier werden oft an einer geschützten Stelle abgelegt, z.B. in Ritzen im Holz oder in der Nahrung direkt.

Der Wollkrautblütenkäfer kommt häufig in Altbauwohnungen im Unterdielenbereich vor. Er wird von den Mietern häufig erst bemerkt, wenn einige tote oder noch lebende Exemplare im Fensterbereich auftauchen. In vielen Großstädten haben ca. 80 % aller Wohnungen früher oder später einen kleinen oder größeren Befall.

Der Vermieter muss oft für dieses Auftreten herhalten und Abhilfe schaffen, da dies in vielen Fällen als objektbedingter Mangel zu werten ist. Dieser Mangel besteht darin, dass die Dielung größere Spalten und Hohlräume besitzt. In diesen Hohlräumen mit den dort befindlichen Haaren, Wollbestandteilen (auch alten Tierkadavern) haben die Vertreter der Speckkäfer ganzjährig ein gutes Auskommen.
In vielen Fällen kommt es zu einem vermehrten Auftreten nach baulichen oder klimatischen Veränderungen. Das bekannte Abschleifen der Dielung oder größere Hitzeperioden können dafür sorgen, dass der geschützte Bereich verlassen wird. Ebenso können auch optimale Entwicklungsbedingungen zu einem sprunghaften Auftreten beitragen. Für eine erfolgreiche Bekämpfung kann in dem Zwischendielenbereich ein Pyretheroid eingebracht werden um den Befall zum Erliegen zu bringen. Es können ebenso Silikatstäube oder andere zugelassene Insektizide verwendet werden. Der Befall kann entweder sofort zum Erliegen kommen oder es werden mitunter auch mehrere Behandlungen notwendig. In schwierigen Fällen kann es notwendig sein, die Dielung anzubohren und auszustäuben um den gewünschten Erfolg zu erreichen. Für diese Entscheidung werden bauliche und verwendungstechnische Gegebenheiten berücksichtigt. Eine weitere Benutzung durch Allergiker erfordert eine andere Vorgehensweise als bei einer lagertechnische Verwendung.

Zur möglichen Bekämpfung muss auch beachtet werden, dass nicht alle im Handel erhältlichen Präparate zur Bekämpfung zugelassen sind.

Bitte beachten Sie:
Sollten mehrere oder falsch dosierte Schädlingsbekämpfungsmittel gleichzeitig eingesetzt werden kann eine Wechselwirkung den Erfolg beeinträchtigen oder zu gesundheitlichen Schäden führen.

Ich rate Ihnen im Zweifel immer, die Rücksprache mit einem Schädlingsbekämpfer in Anspruch zu nehmen.



MIB, Schädlingsbekämpfung, Kammerjäger, Bettwanzen